Kirchbaujubiläum 2017 in Frechen

1517 – 1717 – 2017 – 300 Jahre lebendige Steine

Im Jahr 2017 feierten wir Evangelischen in Frechen nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch das dreihundertjährige Baujubiläum der Evangelischen Kirche. Aus diesem Anlass wurden 17 besondere Veranstaltungen von Januar bis Dezember 2017 geplant, zu denen Gemeindemitglieder, Freunde der Ökumene und überhaupt alle Frechener öffentlich eingeladen waren.

Dem Festjahr vorausgehend wurde in mehrjähriger Arbeit anstelle einer Festschrift das Buch „Die Evangelische Kirche Frechen. Ein Haus aus lebendigen Steinen“ erarbeitet und im Oktober 2016 der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz vorgestellt. Der im Bachem-Verlag erschienene, sehr schön bebilderte Band zeichnet ein Portrait dieses ältesten erhaltenen evangelischen Kirchengebäudes in der Kölner Region und enthält lesenswerte Beiträge baugeschichtlicher, theologische und historische Art. Er stellt zugleich eine Art Katechismus dar. Das Buch hat vielfach Beachtung gefunden und wird noch lange aktuell sein.

Im Folgenden die Veranstaltungen des Jahres im Überblick:

1. Gottesdienste

Der Eröffnungsgottesdienst , gehalten von allen drei Pfarrern der Gemeinde und gestaltet unter Mitwirkung etlicher Presbyter und Ehrenamtlicher bot zunächst einen Einblick in die bewegte Geschichte der Gemeinde und ihrer Kirche. Dabei konnte das historische Inventar der Kirche selbst die eine oder andere spannende Geschichte erzählen. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Kantorin und dem Posaunenchor mitgestaltet.

Am Jubiläumsgottesdienst und am festlich-fröhlichen Empfang am 9. Juli 2017 nahmen viele Gäste teil. Dabei war u. a. als Vertreterin der niederländischen Kirche die Vizepräsidentin der Protestantse Kerk in Nederland, Jeannette Galjaard. Niederländische Christen hatten durch ihre Spenden zur Zeit des Kirchbaus im Winter 1716/1717 wesentlich zum Bau der Kirche beigetragen. Die Predigt im Festgottesdienst hielt der oberste Repräsentant unserer Evangelischen Kirche im Rheinland, Präses Manfred Rekowski. Er legte seinen Worten den Predigttext der Einweihung vom Juli 1717 zugrunde, aus dem 2. Buch Mose: „An jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, da will ich zu dir kommen und dich segnen.“

Ein eindrucksvolles Geschenk überreichte Pfarrer Christof Dürig im Namen der katholischen Pfarreiengemeinschaft Frechen: Eine kleinere Ausführung des Hildesheimer „Christuskreuzes 2017“.

Auch dieser Tag wurde wieder musikalisch bunt von Kantorei, Posaunenchor und einer Frechener Jazzband gestaltet.

Zum Reformationstag stand ein Gottesdienst mit anschließendem „Gemeindebrunch mit Martin und Käthe“ auf dem Programm. Bis zum letzten Platz besetzt war die Tafel, an der man bei mehreren Gängen an einem lehrreich-amüsanten Tischgespräch zwischen Luther, Käthe, Melanchthon teilnehmen konnte.

2. Vortrag – Konzert – Kunst

Ganz explizit war der Kirchengeschichte ein Stiftungsforum „Die Reformierte Gemeine in Frechen und ihre Bedeutung vor dem Hintergrund der Rheinischen Kirchengeschichte“ mit dem Referenten Prof. Dr. Mühling  gewidmet. Außerdem nahm unsere Gemeinde am Tag des offenen Denkmals im September teil. Besucher konnten sich dort den Kirchbau aus bauhistorischem, architektonischem oder liturgischem Blickwinkel erklären lassen.

Gleich vier Jubiläumsveranstaltungen waren musikalischer Art: Dabei wird die Vielfalt der Talente und Stilrichtungen deutlich. Neben dem großen Kantoreikonzert „Vox coelestis“ (Lob und Dank) stand ebenso ein Konzert der Chores „The Voices“ mit zeitgenössischer Musik und „Flötentöne“ aus der Zeit um 1717 des Flötenkreises der Gemeinde auf dem Programm.

Auch die Kunst prägte das Jubiläumsjahr in Frechen. Eine Ausstellung der Frechener Künstlerin Gisela Tschauner mit dem Titel „Die Schrift“ im Frühjahr und eine Kunstausstellung des Frechener Künstlerpaares Rose Schreiber und Michael Mayr „wortlos schildern“ im Herbst gaben dem Kirchraum ganz eigene, inspirierende Impulse.

Großen Anklang fand auch die Kunst-Edition “1517-1717-2017″, die das Frechener Künstlerpaar Rose Schreiber und Michael Mayr im Auftrag des Presbyteriums eigens zum Anlass des Jubiläums entwickelt hatte.

Daneben gaben Kinder in einer großen Malaktion dem Gemeindemotto „Lebendige Steine“ ihre ganz persönliche Färbung. Daraus entstanden drei große, bunte Leinwände, die nun unserem Gemeindesaal Farbe geben.

3. Besondere Formate


Besondere Formate haben das Jubiläumsjahr in Frechen so vielfältig gemacht: Eine fröhliche Gruppe aus Jugendlichen des Jugendheims und Erwachsenen der Gemeinde nahm als Fußgruppe am Karnevalszug teil. Mit kreativ gestalteten Kostümen zum Kirchenjubiläum und einem Modell der „gelben Kirche“, das von einem Fahrrad gezogen wurde, erreichte die Gruppe einige Aufmerksamkeit und erhielt zwei Preise zugesprochen.

Alle Frechener waren ganz ausdrücklich eingeladen zu einer Ökumenischen Frühstückstafel auf dem Rathausplatz im Juni. Bei Gott sei Dank trockenem Wetter genossen um die 300 Personen, darunter Kreisdechant Achim Brennicke und Bürgermeisterin Susanne Stupp, die Grußworte sprachen, die besondere Stimmung und das leckere Frühstück, das in einem ökumenischen Brotsegen um 12.00 Uhr seinen Höhepunkt hatte.

Großen Anklang fand auch das kulinarische Kirchenkino im September. In Kooperation mit dem örtlichen historischen Kino genossen viele Besucher ein mediterranes Büffet und bei guter Stimmung den Film „Jesus liebt dich“, in dem einige Szenen in Frechen gedreht wurden.

Die Luther-Lesung mit Frechener Prominenten im Oktober war ein großer Erfolg. Personen aus Politik, Kirche, Kultur und Sport lasen Auszüge aus zwei modernen Luther-Romanen.

Im Dezember stand die Nacht der offenen Kirche mit musikalischen und meditativen Elementen als Abschluss des Jubiläumsjahres auf dem Programm.

Durch den Wechsel in der Kantorenstelle verschob sich die Aufführung des Kindersingspiels auf den 11. März 2018. In dem Stück „Heute fällt die Schule aus“ erzählen die Kinder des Kinderchors von den Anfängen der Gemeinde in Frechen. Die Konflikte zwischen den Konfessionen, aber auch Erfahrungen von Freundschaft, Glaubensmut und Solidarität werden lebendig in Szene gesetzt. Das Stück wurde von Pfarrer Sven Torjuul geschrieben, die Musik wurde von Kantorin Konstanze Pfeiffer zu Texten von Pfarrerin Almuth Koch-Torjuul eigens für das Gemeindejubiläum komponiert.

Die rege Teilnahme an allen Veranstaltungen von vielen Gemeindemitgliedern, aber auch kirchenferneren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zeigt, dass die Vielfalt des Programms wohl eine gute Idee war.

4. Schlusswort

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Frechen blickt dankbar auf das Jahr 2017 zurück. Es war viel Arbeit – aber die Anstrengung wurde durch eine überaus starke und positive Resonanz belohnt.

Wir sind sehr froh über das Mitgehen und Mitfeiern unserer römisch-katholischen Nachbarn, die unser Jubiläum in 2017 ganz selbstverständlich auch für sich zu einem Zentralthema gemacht haben und freuen uns auch über eine spürbare und herzliche Annäherung mit der Neuapostolischen Kirche vor Ort. Die vielfältigen Aktionen und Projekte konnten nur durch die Mitwirkung unzähliger helfender Hände und auch von Menschen des öffentlichen Lebens in der Stadt Frechen ermöglicht werden. Die große Verbundenheit der Frechener mit „Ihrer“ Evangelischen Kirche war beeindruckend und sie ist in 2017 sicher noch gewachsen.

Wir haben darüber hinaus dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region und dem Kirchenkreis Köln-Süd für die finanzielle und ideelle Unterstützung dieses Vorhabens zu danken.