„Suche Frieden und jage ihm nach.“

 

„Suche Frieden und jage ihm nach.“ So lautet das Wort aus Psalm 34, die Jahreslosung für 2019.

Im Hebräischen steht dort sinngemäß, dem Schalom, also dem Frieden hinterher sein, ihn verfolgen, nachsetzen, treiben. Jage dem Frieden nach. Erstmal merkwürdig, denke ich. Habe ich solche Leidenschaft für den Frieden? Dass ich ihm nachjagen will? Wie sehr möchte ich mich dafür ins Zeug legen? Über Stock und Stein gehen?

Mit dem Jagen ist aber nicht nur Laufen, sondern auch Ruhe verbunden. Der Jäger beobachtet und hält achtsam Ausschau nach den kleinsten Anzeichen. Habe ich diese Ruhe für den Frieden? Die Aufmerksamkeit für das, was um mich her passiert? Kann ich mich auch zurückhalten, um wahrzunehmen, wie ich mich verhalte? Um nicht selber den Frieden zu verscheuchen?

„Suche Frieden und jage ihm nach.“ Mir fallen zuerst einmal einzelne Menschen ein. Ich denke an das Bemühen, das wir in unseren Familien einsetzen, um einander gerecht zu werden. Im Nachverfolgen, in der Ruhe, in der Leidenschaft, im Abpassen des richtigen Moments – wie können wir unsere täglichen Konflikte so auszutragen, dass wir beieinander bleiben?

Und wie ist es mit dem Frieden in der Welt, in unserem Land und darüber hinaus? Ein offenbar sehr mühsamer Weg, eine anstrengende und lange Jagd! Der Psalm mahnt auch uns Christen: Nicht schon immer zu wissen, wie der Frieden geht. Nicht zu schnell fertige Lösungen parat zu haben.

Vor den Frieden ist die Suche und das Nachjagen gesetzt. Am besten wohl gemeinsam, denke ich: Wenn wir Schritte aufeinander zu tun, miteinander reden und versuchen, uns besser zu verstehen.

Ihr/Euer Pfarrer

Sven Torjuul